Frühlingsproblematik Pollenallergie

„Sobald die Sonne wieder durchkommt, geht es los mit dem Tränen und Jucken der Augen. Und dann dieses salvenartige Niesen …“  Inga S. (29) ist leidgeprüft in diesen Tagen, an denen der Pollenflug Spitzenwerte erreicht. Sie weiß, dass sie rohe Äpfel nicht verträgt und Nüsse meiden muss. Bislang hat sie antiallergische Tabletten genommen, aber keine komplette Beseitigung ihrer Beschwerden erreicht.

Der Besuch beim Allergologen im AREION-Kompetenzzentrum in Neu Ulm war aufschlussreich: In der Hauttestung schlugen viele Pollen an. Die Frage war nun, welche relevant wären. Die Bluttestung förderte zutage, dass neben den Pollen auch Kern- und Steinobst, also Haselnuss, Apfel, Birne, Kirsche und Pfirsich reagierten.  Zusätzlich wurden Antikörper gegen Gräser- und Kräuterpollen gefunden, obwohl im Hochsommer eher mäßige Beschwerden bei ihr auftraten. „Das liegt an Eiweißstoffen, die in allen Pollen vorhanden sind, aber nicht zwingend allergische Symptome auslösen.“ erklärte Dr. Guido Mühlmeier, Allergologe und HNO-Arzt bei AREION.

Für Inga S. ergibt sich nun eine Lösung ihrer Beschwerden. Sie nimmt neben einem modernen Antihistaminikum zur Nacht nach dem Aufstehen ein antiallergisches Nasenspray und genießt die ersten Sonnenstrahlen des Tages statt sie mit einem Niesen zu begrüßen.

Nach Ende des Pollenfluges startet sie mit einer spezifischen Immuntherapie, vergleichbar einer Allergieimpfung, um dem Körper die überschießenden Reaktionen abzutrainieren. Früher hat man dies als Hyposensibilisierung bezeichnet. Dies geschieht entweder mit täglicher Einnahme von Tropfen oder Tabletten unter die Zunge oder mit Spritzen auf die Rückseite des Oberarms.

Inga S. hat sich für die Spritzen entschieden, da sie mit wenigen Terminen die Behandlung abschließen kann und erst im Folgejahr die nächste Serie bekommen muss. Sie weiß, dass bei regelmäßiger Gabe die Erfolgsrate über 80% beträgt und freut sich schon auf den ersten gut vertragenen Nusskuchen.

Ansonsten hat sie gelernt, ihre Kleidung abends vor dem Schlafzimmer auszuziehen, das Gesicht zu waschen und das Fenster in der Pollenflugzeit geschlossen zu lassen. An Tagen mit längerem Aufenthalt im Freien spült sie auch die Haare nochmal durch, um die Pollen nicht ins Bett zu tragen.

Pollenallergien wie bei Inga S. sind nicht selten. In Deutschland leiden etwa 12 Millionen Menschen unter einer Pollenallergie, mehr als ein Drittel haben Kreuzreaktionen auf artverwandte Nahrungsmittel. Der attackenartige Schnupfen und das Jucken sowie Tränen der Augen sind lästig, gefährlich jedoch ist der Etagenzuwachs. Das bedeutet, dass im Laufe der Allergie neben den oberen Atemwegen auch die Bronchien mit betroffen sind und sich ein Asthma entwickelt. Die spezifische Immuntherapie sorgt nicht nur für eine Reduktion der Symptome in der Allergiesaison, sondern verhindert in vielen Fällen die Entstehung eines Asthma oder auch neuer Allergien gegen andere Auslöser, beispielsweise Milben oder Schimmelpilze.