Pollenflug – Für Allergiker geht es jetzt bereits los

Haben Sie ein Kribbeln in der Nase, müssen Sie niesen, jucken Ihre Augen? Dann könnten auch Sie unter einer Allergie gegen Baumpollen leiden wie 16 Millionen Menschen in Deutschland.

Nach der Kälteperiode treffen wir als erste Allergie auslösende Pollen am Anfang des Jahres die Haselpollen. Der Haselbusch fängt ab Temperaturen von 5 Grad über einige Tage an zu blühen. Aufgrund des Klimawandels beginnt der Pollenflug immer früher. Die ersten Haselpollen gab es am 22. Dezember, also bereits kurz vor Weihnachten. Gerade in der Zeit wechselnden Wetters ist es schwierig, den Virusschnupfen von einer Allergie zu unterscheiden. Insbesondere, wenn der Schnupfen länger als eine Woche anhält, sollten Sie an eine Allergie denken.

Die meisten Pollenallergiker spüren ein klebriges, schleimiges Sekret in der Nase und fühlen sich verschnupft. Niesattacken mit mehrfachem Niesen nacheinander und einem Juckreiz sind ein eindeutiges Zeichen, ebenso das Jucken und Tränen der Augen, die dann beim Blick in den Spiegel verquollen und rot aussehen.

Richtig schlimm wird es, wenn im März bei Temperaturen ab 15 Grad die Birke zu blühen beginnt. Ihre Pollen gehören zu den kräftigsten Allergenen, die die Pflanzenwelt zu bieten hat. Als Windbestäuber gibt sie Pollen in Hülle und Fülle ab. Diese sind sehr leicht und fliegen gut, unter Umständen über einhundert Kilometer weit. Da kann es gut sein, dass im Filstal zwischen Göppingen und Geislingen die Birke blüht und wir auf der noch etwas kälteren Alb bereits im Pollennebel stehen.

Helfen kann der allergologisch ausgebildete HNO- oder Hautarzt. Durch einen Test am Arm können Reaktionen auf Pollen nachgewiesen werden. Häufig machen auch artverwandte Obst- und Nusssorten Ärger: Beim Essen eines Apfels, einer Birne oder einer Kirsche wird die Zunge pelzig oder es brennt im Rachen. Dann spricht man vom oralen Allergie-Syndrom, einer Reaktion der Mund- und Rachenschleimhaut, die durch die Pollenallergie verursacht und durch die biologisch verwandten Früchte ausgelöst wird. Fast die Hälfte der Baumpollenallergiker sind davon betroffen. Wussten Sie schon, dass heimische Apfelsorten weniger Allergene enthalten als die hochgezüchteten Sorten, die importiert werden? Vielen Betroffenen hilft nur die Meidung der Obstsorten oder Nussarten, die Beschwerden auslösen. Klassischer Vertreter der Nüsse ist die Haselnuss. Die Mandel wiederum macht selten Ärger, da sie zu den Kernfrüchten zählt und gar keine Nuss ist. Eine allergische Reaktion gegen Nahrungsmittel kann man am besten im Blut feststellen. Fragen Sie Ihren Allergologen.

Die wichtigste Maßnahme bei einer Pollenallergie ist das Vermeiden des Allergens. Sie sperren die Pollen aus, wenn Sie Ihre Kleidung vor dem Schlafzimmer ausziehen, sich die Haare vor dem Schlafen ausspülen und nachts das Fenster geschlossen lassen. Das alles schützt jedoch nicht gegen die Pollenfront beim Verlassen des Hauses am nächsten Morgen. Hier hilft nur der Schutz der Schleimhäute durch ein Antihistaminikum oder ein Allergiker-Nasenspray.

Viele Betroffene wissen nicht, dass die Allergie in der Nase oder am Auge sich später häufig auf die Lunge ausweitet und zum allergischen Asthma führt. Den wirksamsten Schutz davor erreichen Sie durch eine Allergie-Impfung, die als spezifische Immuntherapie (früher Hyposensibilisierung) bezeichnet wird. Sie bekommen verarbeitete Pollenbestandteile in sehr kleinen Dosierungen unter die Haut gespritzt und trainieren damit Ihr Immunsystem, das in der Folge gelassener auf die Pollen reagiert und eine sehr gutes Ansprechen auf diese Therapie zeigt. Vergleichbar gibt es Tabletten gegen Gräserpollen oder Tropfen gegen Baumpollen, die Sie täglich unter die Zunge geben und dort zwei Minuten einwirken lassen. Hier spricht man von einer sublingualen Immuntherapie. Alle dieser Therapien gehen über drei Jahre, bei den Spritzen kann man Serien auch saisonvorbereitend geben und muss nicht zwingend das ganze Jahr über behandeln.

In den letzten Jahren hat die Verschärfung der gesetzlichen Regeln dazu geführt, dass die Anbieter von Medikamenten zur spezifischen Immuntherapie eine Auslese erfahren hat und überwiegend sehr gute Präparate am Markt verfügbar sind. Noch besser wäre es, wenn alle Allergiker auf diese Therapien zurückgreifen. Wir wissen, dass nur 10% aller Allergiker in Betreuung eines Allergologen sind, zusätzliche 20% immerhin beim Hausarzt. Im Umkehrschluss leiden 70% ohne eine geeignete Therapie oder wissen im schlimmsten Fall gar nicht, dass sie eine Pollenallergie haben.

Die Ärzte im Areion Medizin-Kompetenzzentrum in Neu-Ulm sind auf Allergien spezialisiert. Die Bluttestungen werden im hauseigenen Labor durchgeführt, weitere spezielle Testverfahren bis hin zur Provokationstestung stehen zur Verfügung. Neben dem Einsatz moderner Medikamente zur ersten Beseitigung der Beschwerden werden Sie über die Allergie-Impfung beraten und anschließend nach aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt. Am Ende gilt: Die beste Therapie taugt nichts, wenn ich sie nicht durchführen lasse.