Pollenzeit ist Leidenszeit

Geht es Ihnen ähnlich? Dann leiden Sie womöglich unter einer Pollenallergie, obwohl es gute Möglichkeiten gibt, die Beschwerden komplett loszuwerden. Birgit T. (33) leidet im Frühjahr unter richtigen Schnupfenattacken, früher war es nur etwas Augenjucken. In diesem Jahr kommt ein Kratzen in den Bronchien dazu. Die Entwicklung zeigt, wie die Allergien das Immunsystem immer mehr bestimmen, wenn keine gute Behandlung erfolgt. Birgit geht es wie 15 Millionen Pollenallergikern in Deutschland, von denen nur etwa 10% in allergologischer Behandlung sind. Das Resultat ist neben den Niesattacken eine verstopfte Nase und ein schlechter Schlaf. Birgit wurde empfohlen, nachts mit geschlossenem Fenster zu schlafen, weil der Pollenflug morgens zwischen 3 und 6 Uhr sein Maximum erreicht. Baumpollen fliegen bis zu 500 km weit, da ist es fast egal, ob in der direkten Nachbarschaft Birke, Erle oder Hasel zu finden sind.

In diesem Jahr haben wir ein Mastjahr der Birke. Das hat sie durchschnittlich alle 3 Jahre und stößt in diesen Jahren besonders viele Pollen aus. Durch die lange Kältephase am Ende des Winters sind wir recht schnell in die Hauptblühphase der Birke hineingerutscht, die normalerweise bereits Mitte März beginnt. Gleichzeitig zu den Birken blühen die Eschen und verbreiten ihre Pollen. Und wenn Sie auf die Wiesen schauen, beginnt das Gras auch schon zu wachsen und wird bald die Pollenflut ergänzen. Bedingt durch den Klimawandel mit einer allgemeinen Erwärmung ist die Zeit des Pollenflugs immer länger geworden. Je nach Wetter geht diese bis in den November, bis im Dezember nach ersten Frosttagen und einer wärmeren Phase in der Vorweihnachstzeit die Haselpollen den Reigen erneut eröffnen.

Häufig lassen sich aus den Angaben des Betroffenen schon 2-3 Allergene eingrenzen, die die Beschwerden verursachen, im Falle von Birgit waren dies die Birkengewächse und Eschen. Da Eschen zu den Ölbaumgewächsen zählen, sind sie biologisch anders zu betrachten als Birke, Erle und Hasel und benötigen eine eigenständige Therapie. Zur Überdeckung der Beschwerden eignen sich antientzündliche Sprays für Nase und Lunge sowie Tabletten, die die Histaminrezeptoren blocken, damit die Allergiereaktion nicht durchkommt. Zur wirklichen Heilung muss allerdings eine spezifische Immuntherapie durchgeführt werden. Früher hat man diese als Hyposensibilisierung bezeichnet und meint damit eigentlich eine Art Allergieimpfung. Da das Allergen unter die Haut gespritzt oder als Schmelztablette unter die Zunge gegeben wird, ist eine langsame Aufdosierung notwendig, um keine größeren Nebenwirkungen zu riskieren. Die spezifische Immuntherapie führt zu einer Verbesserung der aktuellen Beschwerden, verhindert aber auch das Entstehen neuer Allergien, z.B. auf Milben oder Schimmelpilze. Birgit hofft auch, dass der Hustenreiz nachlässt und ein Asthma wirksam verhindert werden kann. Entscheidend ist, dass sie mit dem Beginn der spezifischen Immuntherapie nicht zu lange wartet. Da sie im Areion-Zentrum gut beraten wurde, hat sie sich für die richtige Therapie entschieden und trotz Pollenflugs wieder lachen.