Sinusitis Ulm

Sinusitis Nasennebenhöhlenentzündung

-Eine rechtzeitige Behandlung verkürzt den Krankheitsverlauf-

 

Die Diagnose Sinusitis wird in Deutschland ca. 7 Millionen Mal im Jahr gestellt. Somit leidet jeder siebte Erwachsenen einmal pro Jahr unter einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung. Die Erkrankung dauert meist zwischen 8 bis 14 Tagen. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Sinusitis beläuft sich auf ca. 400 Millionen Euro jährlich.

Prinzipiell kann zwischen einer akuten Form und einer chronischen Form unterschieden werden. Dauern die Beschwerden länger als 12 Wochen an oder tritt die Erkrankung häufiger als 4 Mal im Jahr auf, wird von einer chronischen Sinusitis ausgegangen.

Die Nasennebenhöhlenentzündung kann einzelne Nasennebenhöhlen oder auch mehrere, bzw. das gesamte Nebenhöhlensystem (Pansinusitis) betreffen. Besonders häufig sind die Kieferhöhlen (Sinus maxillaris) und die Stirnhöhlen (Sinus frontalis) betroffen.

 

Ursachen

Die akute Nasennebenhöhlenentzündung entsteht in der Regel aus einer akuten viralen Infektion der oberen Atemwege (Erkältungsschnupfen).  Die Schleimhaut schwillt an, es wird vermehrt Sekret gebildet, welchen aus den Nebenhöhlen nicht ablaufen kann, ein Sekretstau ist die Folge. Im weiteren Verlauf kann es zu einer bakteriellen Superinfektion kommen. Die Patienten leiden typischerweise an einer verstopften Nase, Druckgefühl über den Nebenhöhlen, Gesichtsschmerz und verstärkten Beschwerden beim Vorüberbeugen. Zwar kann eine akute Nasenebenhöhlenentzündung von alleine heilen. Halten die Beschwerden jedoch länger als drei Tage an und kommt Fieber hinzu, ist es notwendig einen HNO-Arzt aufzusuchen.

 

Kann eine akute Sinusitis nicht vollständig ausheilen oder wird sie nicht ausreichend behandelt, kann eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung entstehen. Hier stehen weniger die Schmerzen im Gesichtsbereich im Vordergrund, vielmehr klagen die Patienten über diffusen Kopfdruck, eine behinderte Nasenatmung und ein eingeschränktes Riechvermögen, Abfluss von Schleim im Rachen mit Hustenreiz, Abgeschlagenheit und Infektanfälligkeit sowie eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität.

Als Ursachen einer chronischen Sinusitis kommen mehrere Faktoren in Betracht. Zum einen können anatomische Gegebenheiten zu einer Einengung der Nasen bzw. einer Abfluss- und Belüftungsstörung der Nasennebenhöhlen führen. Eine Verkrümmung der Nasenscheidewand (Septumdeviation) kann hier ebenso verantwortlich sein, wie Polypen (gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut), die die zu engen Ausführungsgänge den Nebenhöhlen blockieren. Häufig spielen auch Allergien (z. Bsp. Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie oder Schimmelpilzallergien) eine Rolle.

Gerade bei Patienten mit einer ausgeprägten Polypenbildung oder immer wieder auftretenden Beschwerden muss eine Pseudoallergie, wie einer Salizylat-Unverträglichkeit (ASS-Intoleranz) abgeklärt werden. Weiterhin können auch eine Asthmaerkrankung oder erkrankte Zähne an einer chronischen Sinusitis beteiligt sein. Aktuell rückt auch der „stille Reflux“ als Faktor für eine chronische Sinusitis in den Fokus. Insbesondere bei chronischen auch unter medikamentöser Therapie nicht adäquat abheilenden Nebenhöhlenentzündungen in Verbindung mit asthmaähnlichen Beschwerden und eine Kehlkopfbeteiligung wie Räusperzwang, Globusgefühl oder Heiserkeit wird inzwischen von einer „supraösophagealen Refluxkrankheit (SERD)“ gesprochen.

 

Wichtig für die Einleitung einer wirksamen Therapie ist eine akkurate Diagnostik, die bei HNO-Ärzten mit allergologischer und chirurgischer Weiterbildung gewährleistet ist.

Neben einer ausführlichen Anamneserhebung umfasst eine solide Sinusitis-Diagnostik eine Endoskopie der Nase, des Nasenrachens und des Kehlkopfes und eine orientierende Ultraschalldiagnostik der Nebenhöhlen. Hierbei verschafft sich der HNO-Arzt einen Überblick über die Nasenscheidewand, die Ausführungsgänge der Nasenebenhöhlen, mögliche Polypen und den Zustand der Nasenmuscheln, sowie einen möglichen Schleim- oder Eiterabfluß. Die Ultraschalldiagnostik gibt Auskunft über den Schwellungszustand der Schleimhaut in den Kiefer- und Stirnhöhlen. Mit der Kehlkopfspiegelung können erste Aussagen zu eine möglichen Refluxursache gemacht werden.

Es sollte weiterhin eine allergologische Diagnostik abgeschlossen werden, die Hauttestungen (Pricktest) ebenso wie eine Labordiagnostik (IgE-Bestimmungen) umfasst. Bei Pseudoallergien kann ebenfalls durch eine Labordiagnostik der Verdacht erhärtet und mittels einer ASS-Provokations-Testung bestätigt werden.

Mittels einer Computertomographie lässt sich eine definitive Aussage zur Beteiligung der Nasennebenhöhlen treffen und die Anatomie der Ausführungsgänge kann beurteilt werden. Schließlich sollte bei Verdacht auf eine Refluxbeteiligung oder bei nicht heilenden Nebenhöhlenerkrankungen eine pH-Metrie zur Refluxdiagnostik angestrebt werden.

 

Nach abgeschlossener Diagnostik wird der HNO-Arzt mit dem Patienten einen Behandlungsplan entwickeln, der die möglichen Ursachen berücksichtig, also auch eine Allergiebehandlung und Therapie eines Refluxes umfassen kann.

Bleibt die medikamentöse Therapie erfolglos oder ist die Anatomie der Nase- und Nasennebenhöhlen eine signifikante Ursache für die Sinustitis kann eine Operation nötig sein, mit der die Nasennebenhöhlen saniert werden.

Dies wird um so wichtiger, da aktuelle wissenschaftliche Publikationen zeigen, dass eine rechtzeitige chirurgische Therapie der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung die Ausheilung der Erkrankung beschleunigt, zu weniger Arztbesuchen führt und die Prognose der Patienten insgesamt verbessert.

(Hopkins C, Andrews P et al (2015) Holy CE. Does time to endoscopic sinus surgery impact outcomes in chronic rhinosinusitis? Retrospective analysis using the UK clinical practice research data. Rhinology. 53(1):18–24

Hopkins C, Rimmer J et al (2015) Does time to endoscopic sinus surgery impact outcomes

in Chronic Rhinosinusitis? Prospective findings from the National Comparative Audit of Surgery for Nasal Polyposis and Chronic Rhinosinusitis.Rhinology. 53(1):10–17

Benninger MS, Sindwani R et al (2015) Early versus delayed endoscopic sinus surgery in patients with chronic rhinosinusitis: impact on health care utilization. Otolaryngol Head Neck Surg. 152(3):546–5225).

 

Im Areion)-Zentrum stehen ihnen in der HNO-Gemeinschaftspraxis mit Prof. Dr. Maier, Prof. Dr. Lorenz und Dr. Mühlmeier versierte Rhinologen zur Verfügung, die neben der Weiterbildung in der Allergologie auch eine außergewöhnliche Expertise in der Chirurgie der Nase- und Nasennebenhöhen verfügen.

Mit eigenem allergologischen Labor, der Möglichkeit der ASS-Intoleranztestung und Ausstattung zur Refluxuntersuchung kann hier die Diagnostik, wie auch komplette Therapie aus einer Hand erfolgen.